Mitmach-Projekt: „Meine Erinnerungen an Tschernobyl“

Dieser Blog gibt der Erinnerung an Tschernobyl Raum um schriftlich fixierten Erinnerungen anderen zugänglich zu machen.

Die Idee/Konzept:

Es wird zum 30. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe (26.4.2016) interessant sein über möglichst viele, unterschiedliche Zeitzeugen aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Situationen zur Verfügung zu haben. Wir haben durch das Engagement als (ehem.) Tschernobyl-Initiative und durch aktuelle Projekte im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ immer wieder Tschernobyl-Zeitzeugen aus Belarus und der Ukraine in unserer Region. Diese Zeitzeugenberichte sind alle sehr unterschiedlich und machen durch die von ihnen erlebt Nähe zum Unglücksort und dessen „Ausstrahlung“ sehr betroffen.
Wie aber sieht es aus mit den Zeitzeugen der Tschernobyl-Katastrophe im ca. 1.000 bis 1.500 km entfernten Deutschland. Dabei ist es durchaus Interessant zu schauen und zu hören, wie diese Katastrophe in das Bewusstsein von deutschen Bürgern gekommen, bzw. was ist noch heute davon in der Erinnerung vorhanden. Welche Erinnerungen sind noch vorhanden in Bezug auf damals persönlich gezogene Konsequenzen und was ist noch in Erinnerung an das das was damals allgemein (auch politisch) als notwendige Konsequenz gesehen wurde.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Jegliche Erinnerung an Tschernobyl ist für mich anlässlich des 30. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe interessant. Wenn ich hier Deutschland in den Focus stelle, dann, weil ich diese Sprache am besten beherrsche und weil die große Entfernung zum Unglücksort ein besonderes Licht auf die Schwere der Katastrophe wirft.

Mitmach-Möglichkeit:

Nun sammle ich also (deutschsprachige – oder ins Deutsche übersetzte) Erinnerungen und will sie der Öffentlichkeit zugänglich machen zunächst in einem speziellen Blog im Internet (z.B. bei wordpress). Eine Broschüre oder ein Buch steht in den Sternen, weil dazu erst alles zusammen sein muss – während es im Internet „wachsen“ kann. Wer also bereit ist seine Erinnerungen nieder zu schreiben und zur Verfügung zu stellen, den bitte ich um folgendes:
Niedergeschriebene Erinnerungen möglichst digital per Email an paul.koch47@gmx.de. Mit der Zusendung des Berichtes gehe ich von der Freigabe in diesem Blog aus.  Der Bericht hat keine Buchstabenzahl- oder Zeilenzahl-Vorgabe. Erinnerungen sind persönlich, deshalb sollte auch von der Person/Autor möglichst viel zu erkennen sein.  Bitte dem Bericht beifügen: Ein (Pass-) Foto des Autors (in jpg) und ein paar Zeilen zur Vita (mindestens aber die aktuelle Altersangabe, möglichst auch Wohnort und Beruf) ansonsten so ausführlich wie jeder selbst mag.

Diese Information kann gerne an Interessierte weitergegeben werden.
Jeder am Projekt aktiv Beteiligte erhält Nachricht, wenn ein neuer Beitrag im Blog dazu gekommen ist.
Ich verfolge mit diesem Projekt keine kommerzielle Absicht – es geht lediglich darum Erinnerungen an dieses denkwürdige Ereignis der Nachwelt zu erhalten.
Paul Koch, Sozialdiakon i.R.
IBB-Projektreferent „Tschernobyl/Fukushima“ und Studienleiter der Ev. Akademie Braunschweig
38170 Uehrde/ Niedersachsen paul.koch47@gmx.de

Advertisements

Ein Gedanke zu “Mitmach-Projekt: „Meine Erinnerungen an Tschernobyl“

  1. Hallo, mein Name ist Benno Wolf. Ich möchte auf einen Bereich der Geschichte von Tschernobyl aufmerksam machen, der bis heute nur von wenigen wahr genommen wird. In der Zeit von 1982 bis ca 1992 haben ca 12000 DDR Bürger in der damaligen Sovietunion gelebt und gearbeitet. Auch ich war von 1983 – 1986 dort tätig. Wir haben damals an verschiedenen Bauobjekten der sogenannten „Erdgastrasse“ gearbeitet. Diese befanden sich in der Westukraine und Süd Ukraine sowie im Russischen Teil südlich von Moskau. Außerdem im Ural im Permer Gebiet. Ich selbst war noch 2 Tage vor der Reaktorkatastrophe in Kiew. Auch 3 Monate danach im Juli 86 noch mal. Bis Ende 86 war ich dann in der Westukraine im Raum südlich von Lwow.
    Wir waren damals ziemlich ahnungslos und haben alles erst mit mehrwöchiger Verspätung erfahren. Niemand hat uns aufgeklärt. Wir gingen weiterhin im Sommer 86 im Dnepr oder in der Stryj( Nebenfluss des Dnister) baden.
    Jetzt Jahre später mache ich mir so meine Gedanken. Alleine mir sind 6 Kollegen bekannt die an Krebs erkrankt sind. 4 Davon sind verstorben. Ich habe keine Statistiken darüber gefunden welches Ausmaß die Krebserkrankungen bei allen damals dort eingestzten Kollegen hat. Ich selbst habe einen behinderten Sohn. Er ist am 19.10.1987 geboren. Er hatte eine Gefäßanomalie im Kopf die ,mit 17 Jahren, zu einer Gehirnblutung führte. so das er heute schwer behindert ist. Dies alles lässt mich nicht an einen Zufall glauben. Sondern das wir damals zu dicht an der Katastrophe dran waren. Und die Angst lebt auch bei mir mit.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s