EuAW/BS – Kerzenaktion 2020

P1060175 (2)   26.04.2020

Traditionsgemäß findet im Rahmen der „Europäische Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ in der Region Braunschweig (EuAW/BS) am Vorabend des Tschernobyl-Jahrestages um 21:00 h eine Kerzenaktion statt.   *    In den letzten Jahren waren an diesem Tag in der Trinitatsikirche in Wolfenbüttel (siehe Foto) auch immer Tschernobyl-Zeitzeugen aus Belarus anwesend.    *   Nach entsprechender Einleitung hatte jeder Besucher eine Kerze und konnte diese in das mit Kerzen vorgelegte Radioaktivzeichen ablegen. Dies mit einem Schweigen oder einen kurzem Satz oder einem kurzem Statemant. Gefragt war nach dem, was einem im Moment (am Vorabend des Tschernobyl-Jahrestages) durch Kopf und Herz geht.   *   In diesem Jahr (2020) ist alles anders.   *  Wegen der Corona-Pandemie hatten wir mit dem Fukushima-Mittagsgebet am 11.03.2020 die fünfte und gleichzeitig die letzte von insgesamt 21 Veranstaltungen. Somit kann auch die geplante Kerzenaktion am Vorabend des Tschernobyl-Jahrestages nicht wie gewohnt in der Trinitatsikirche stattfinden. Anstatt der Kerzenaktion in der Trinitatiskirche wird die Kerzenaktion 2020 im Netz stattfinden.  Im Folgenden werden (über paul.koch47@gmx.de – oder per Kommentar am Ende des Dokumentes)  eingereichte Statemaents veröffentlicht, im Gedenken an die Opfer von Tschernobyl und Fukushima, aber auch in Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie und der Klima-Krise.

Statements:

26.04.2020 Dr. Monika Nawrot / Frankfurt am Main
an der Aktion möchte ich mich mit einem Zitat von Helmut Erlinghagen (Augenzeuge der Hiroshima-Atombomben-Explosion am 6.8.1945) beteiligen:
„Die Gefahr muss gebannt, ein neues Zeitalter des Friedens, der weltweiten Gerechtigkeit und Sicherheit eingeläutet werden. Dabei mitzuhelfen ist sinnvoll, diese Pflicht zu übernehmen nicht blind sondern sehend, nämlich im furchtbaren Anblick der vielfältigen Gefahren, das ist ein verantwortungsbewusstes Leben, ein Leben erfüllten Lebenssinns.“
Aus „Selbstmord und Lebenssinn im Atomzeitalter“; Erlinghagen, 1993, 209.
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26.04.2020 Dr. Mikhail Malko / Führender Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaft Belraus / Minsk
Sie führen äußerst wichtige Arbeiten aus, die die Grundlagen des menschlichen Existenz betreffen. Geistig nehme ich an der Aktion teil, die Sie durchführen. Ich wünsche allen Leuten des guten Willens gute Gesundheit und Glück! Ich glaube, dass wir gemeinsam alle Schwierigkeiten auf unserem Weg überwinden werden!
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26.04.2020 Martin Kastranek / Heinrich Böll Stiftung; Schleswig-Holstein
Am 26. April 1986 explodierte der Atomreaktor in Tschernobyl. Eine radioaktive Wolke überzog halb Europa. Während wir diesem Ereignis in unterschiedlichen Formaten und Möglichkeiten gedenken, brennt seit Anfang April in der Sperrzone rund um Tschernobyl der Wald. Es sollen mindestens 46.000 Hektar Wald betroffen sein. Ein Brandherd sei nur 500 Meter vom AKW entfernt, wo sich tausende Tonnen giftiger Atommüll befindet. Ärzte und Umweltorganisationen warnen  vor einer neuen radioaktiven Wolke. 34 Jahre nach dem Super-GAU ist die Atomkatastrophe von Tschernobyl noch nicht zu Ende. Das gilt es im Gedächtnis zu behalten, wenn heute im Rahmen der Klimadiskussion Atomkraft wieder einmal als klimafreundlichere Alternative zu fossilen Energien ins Spiel gebracht wird. Auch die, aufgrund der Corona-Pandemie, verschobenen  Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in Japan, mit Fukushima als Austragungsort von Wettkämpfen, soll der Weltöffentlichkeit „Normalität“ in der vom GAU betroffenen Region suggerieren. Doch die Situation für die Bevölkerung rund um die havarierten Reaktoren – von Tschernobyl und Daichii –  sowie die Bewältigung der Folgen bleiben weiterhin dramatisch.   KATASTROPHEN OHNE VERFALLSDATUM.  In diesem Sinne sind die Gedanken heute besonders bei den Opfern und Betroffenen dieser Katastrophen.
26.04.2020 Dr. Benno Dalhoff / Soest
Am heutigen Gedenktag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kommen in mir so viele Erinnerungen an die Zeit vor 34 Jahren hoch. Und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie drängen sich mir auch viele Parallelitäten mit der Zeit um den 26. April 1986 auf, wie beispielsweise die Wettersituation, das Garten- bzw. Spielplatzverbot für unsere Kinder, jetzt in Zeiten von Corona für die Enkelkinder, sowie viele weitere Einschränkungen, mit denen wir gerade leben und mehr oder weniger gut zurechtkommen müssen. Es bleibt die Hoffnung auf die Bewahrung der Schöpfung und die Gestaltung einer zukunftsfähigen und lebenswerten Erde für kommende Generationen.
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26.04.2020 Lutz Seifert / Groß Vahlberg
In Zeiten wie diesen, wo Menschen an dem Coronavirus SARS-CoV-2 sterben, sollten wir erkennen, dass die Gesundheit der Menschheit auch durch andere Dinge gefährdet ist, dazu zählt auch die Radioaktivität. In der Coronakrise ist die Gesundheit der Menschen plötzlich das oberste Gebot aller politischen Handlungen. Dies ist richtig. In der Vergangenheit war dies faktisch nie der Fall. Gesundheitsvorsorge und Verhinderung von Krankheiten wurde meist den wirtschaftlichen Interessen der Verursacher geopfert. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies nun ändert.
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osterk2020 (2)(1) Kirstin Müller / Pfarrerin in Braunlage
Freitag, 24. April kurz vor 12, Trinitatiskirche Braunlage: Die Glocken läuten zum täglichen Mittagsgebet in der Coronakrisenzeit. Heute erstrahlt dazu die Osterkerze. Das Gebet geht weiter und wird weiter: Für eine Zukunft in Tschernobyl und Fukushima (und überall auf der Welt), wo eine unsichtbare Bedrohung Leben gefährdet. Für die Menschen, die sich trauen hinzuschauen. Auf die Zerbrechlichkeit unseres Lebens, auf das Verletzte. Die sich trauen, das Kranksein und Sterben (müssen) auszuhalten. Eigentlich wären heute in der Trinitatiskirche Braunlage einige Schulklassen aus der Oberschule und dem Gymnasium versammelt, um an der Kerzenaktion teilzunehmen. Für die Zukunft zu beten und Wissen zu teilen. Darüber, wie Atomkraft funktioniert, was Kettenreaktionen sind. Was Radon ist, ein Thema hier in Braunlage. In diesem Jahr durften wir uns nicht treffen.  Aber es wird ein nächstes Jahr geben – und die Erinnerung wird weiter gehen (müssen), denn die Bedrohung bliebt für lange Zeit lebendig.  Hilf uns EWIGE, wenn wir wachen und behüte uns, wenn wir schlafen. Dass wir wachen mit Christus und in Frieden ruhn.
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26.04.2020 Eleonore Bischoff / Wolfenbüttel
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Die Herkunft des Zitats ist nicht eindeutig geklärt, die Aussage dafür sehr eindeutig – und nach wie vor aktuell.  Wem bei der diesjährigen Kerzenaktion die Musik fehlt, hier ein passendes Lied von 1986 auf https://www.youtube.com/watch?v=3XUzXfLb8oU
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26.04.2020 Ruth Jäger & Elisabeth Jürgens/Organisatorinnen der Asse-Konzerte
Tschernobyl – eine mahnende Erinnerung an eine der größten nuklearen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. 34 Jahre danach entzünden auch wir unsere Kerzen im Gedenken an die Opfer: Menschen, Tiere, Pflanzen. Unsere Erde ist bedroht, auch in Deutschland ist die nukleare Gefahr gegenwärtig. Unsere Kerzen sagen: NEIN ZUR ATOMENERGIE!
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26.04.2020 Heike Sabel / Heidenau (Vorsitzende „Gemeinsam in die Zukunft“ e.V.)
Heike Sabel
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26.04.2020 Elke Almut Dieter / Friedens-  und  Bündnis- Zentrum Braunschweig
in Gedenken an die Opfer von Tschgernobyl und Fukushima mahnen wir vor dem Einsatz von Atomwaffen und auch vor der zivilen Nutzung durch Kernkraftwerke. Die langfristig negativen Auswirkungen des ungebremsten Wachstums im Industriezeitalter spüren wir ganz aktuell auch bei der Veränderung des Klimas und in der Corona-Pandemie. Ein Umdenken unseres Lebensstils ist notwendig!!
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26.04.2020 Klaus-Peter Lüdke / Altensteig
Ich entzünde eine Kerze für das trotzige Leben, für die wunderbare Schöpfung, gegen atomare Verseuchung und gegen die Verbrennung fossiler Energie.
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26.04.2020 Paul Koch / Uehrde
In der Zeit der Corona-Pandemie haben wir die Gesundheit als das höchste Gut erkannt und schätzen gelernt. Möge das so bleiben – auch nach der nach der Corona-Pandemie. Möge das so bleiben, und endlich das „Restrisiko“ der Atom-Energie-Wirtschaft  als Angriff auf unsere Gesundheit verstanden werden.

 

2 Gedanken zu “EuAW/BS – Kerzenaktion 2020

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